Presse


  
Kritik zur Ausstellung in der Heussenstamm-Galerie, Frankfurt,
 

PASTELL IM BESENSTIL
 

Nadja Bauernfeind stellt aus

  
„Einfach macht Nadja Bauernfeind es dem Kunstbetrachter nicht. Dabei ist im Grunde alles da, was ihre Arbeiten seit dem Studium an der Offenbacher Hochschule für Gestaltung auszeichnet. Die großen Formate, denen sie mit Pinsel, Tusche und Besenstiel zu Leibe rückt, die vibrierenden, mit schnellem, energischen Strich aufs Blatt geworfenen Förderbänder, Schaufelräder und Waggons, ein wandfüllendes „Großes Ölbohrfeld“ aus dem Jahr 2010 auch oder die „Explodierende Raffinerie“, deren expressiver Gestus die Katastrophen weniger zu schildern scheint als zu übersetzen, mit der Feder oder dem Graphitstift in Linie, Gestik oder Dynamik…. …Die Auswahl legt nicht nur die verschiedenen Facetten ihres zeichnerischen Temperaments, sondern in der direkten Konfrontation auch gelegentliche Schwächen offen…, z. B. die ein oder andere der glühenden, mit Pastellkreiden auf schwarzem Karton ausgeführten nächtlichen Stadtland- schaften offenbaren….“

 

Christoph Schütte FAZ vom 8.Okt.2016,   


 

   
MONSTRÖSEN MASCHINEN DIE MACHT GENOMMEN

 

Über die Ausstellung in der „Taunusgalerie“,
Landratsamt Bad Homburg „MaschinenMacht“ Teil der Tage der Industriekultur, die im Rhein-Main-Gebiet stattfinden.
 

Auszüge:

„Während viele die Hitzewelle der letzten Wochen im Schwimmbad ausharrten, war eine Bad Sodenerin fleißig bei der Arbeit. Die beiden Bilder hinter ihr sind in glühender Hitze vor dem Industriepark Höchst entstanden. Die Künstlerin Nadja Bauernfeind hat sie extra für die Ausstellung „MaschinenMacht“ in der Taunus-Galerie gezeichnet. …“Ich bin immer vorbeigefahren und fand die Szenerie ganz aufregend…“ … Landrat Ulrich Krebs (CDU), der die Ausstellung jetzt eröffnete sagte: „Die großen Maschinen, Industriebauten und nächtlichen Stadtansichten faszinieren ganz besonders durch ihre Dynamik und Kraft.“

Diesen Effekt erzielt Bauernfeind durch ihre Zeichentechnik: “… und setzt kleine Striche, dann wird daraus langsam ein Gewächs und irgendwann ein großes Ganzes“, erklärte Kunsthistorikerin Silja von Rauchhaupt bei der Vernissage…. ….Durch viele kleine Linien entsteht Tiefenwirkung, ohne dass ein Fluchtpunkt vorhanden ist… …Der Betrachter wird sich bewußt, dass auch moströse Maschinen vergänglich sind. „Nadja Bauernfeind konstruiert nicht nur, sie dekonstruiert auch“, erläutert von Rauch- haupt...

 

Taunus Zeitung, 5.7. 2015 Von Ida Sophie Scholz, Foto Jochen Reichwein,


   
GROSSSTADT        

Nadja Bauernfeinds Bilder

 

Seit ihren Studienzeiten an der Offenbacher Hochschule für Gestaltung hatte sich Nadja Bauernfeind vor allem mit an Ort und Stelle entstandenen Zeichnungen einen Namen gemacht. Mit dynamisch expressiven Blättern in teils gewaltigen Formaten, die mit Rohrfeder, Besenstiel und Tusche, mit Kohle, Eddingstift und Marker urbane Szenen in dramatischem Schwarzweiß verdichten. Aber vor vier, fünf Jahren kündigte sich im Werk der Schülerin von Manfred Stumpf und Dieter Lincke eine erste verblüffende Wende an. ….In ihrer ersten  Einzelausstellung in der Frankfurter Galerie Schamretta kommt nun in Form von Wachsstift und Pastell auch noch buchstäblich Farbe ins künstlerische Spiel. Und leuchtet in die schwarze Nacht.
  Sieht man von einigen nach Zeitungsfotos entstandenen Blättern wie einem mit dem Kohlestift aufs Papier geworfenen „Wasserwerfer“ einmal ab, sind nahezu alle atelierfrischen Ansichten von Autobahnschleifen und urbanen Straßenschluchten, die Blicke auf das „Parkhaus“ oder auf den Main zu nachtschlafender Zeit entstanden. Dann, wenn die Stadt fast leer ist von Passanten und nur Leuchtreklamen, eine letzte Straßenbahn vielleicht und der müde durch die Stadt sich wälzende Verkehr Trottoirs, Verkehrsinseln und Boulevards erhellen, mietet sich die Künstlerin ein in ein Hotel oder die Jugendherberge am Deutschherrnufer, nur, um in den folgenden stillen Stunden aus dem Fenster auf die Stadt zu schauen und zu zeichnen. Am Ende sind es wieder ihre Schwarzweißarbeiten, von denen man sich kaum lösen kann.

 

Christoph  Schuette
Ausstellung Nadja Bauernfeind, Galerie Schamretta, Kantstr. 16, Frankfurt-Bornheim


 

 

„Die gezeichneten Baumaschinen, Kriegsgeräte und Felsenlandschaften wirken auf den Betrachter kraftvoll, zugleich aber auch filigran und grazil. Eröffnet wird die Schau am 10. Februar  um 19 Uhr. (…) In das Wer führt daraufhin die Kunsthistorikerin Dorothee Baer-Bogenschütz ein. (..) In ihren Werken setzt sie sich zeichnerisch sowohl mit Natur wie auch mit Technik auseinander. Insbesondere die Kontraste von Massivität, Kraft, Verletzbarkeit und Schönheit versucht sie nach eigenen Angaben durch sich festigende, auflösende oder verdichtende Linien darzustellen.“

(Hofheimer Zeitung vom 8.Februar 2011 zu der Ausstellung „Felsen, Schauplätze und  Maschinen“ im Landratsamt Hofheim)

 


 

„ …während sie noch als Studentin an der Offenbacher Hochschule für Gestaltung mit dichten, gestisch-expressiven Stadtlandschaften auf sich aufmerksam machte, bevor sie vor zwei Jahren mit teils gewaltigen Landschaften in der Ausstellungshalle überraschte, zeigt sie nun eine weitere Facette ihres zeichnerischen Talents.  In den mit Tusche und Rohrfeder aufs Papier geworfenen „Felsen/Dolomiten“ oder „Schaufelradbagger“ erreicht Bauernfeinds Kunst jetzt eine gleichermaßen beunruhigende, vom Genre unabhängige Dichte und Intensität, wie man sie bis dato vornehmlich von ihren nach Zeitungsbildern entstandenen „Katastrophen“ kannte. Bauernfeind hat sich stets Zeit gelassen. Doch angesichts der konzentrierten Auswahl dieser Blätter kannman nicht umhin zu konstatieren: Die so geduldige wie nachhaltige Entwicklung ihres Werkes hat sich gelohnt.“

(Christoph Schütte, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 29.4. 2010 über eine Ausstellung in der Frankfurter Ausstellungshalle Schulstraße 1A)

 


 

 „Das Kabinett gehört Nadja Bauernfeind. Aalen sich die Malerei-Vertreter in ihren jeweiligen Kunstwelten, so packt die Meisterin der Rohrfederzeichnung an, was die Erde erschüttert: Katastrophen und Verletzungen. Landschaften fasst Bauernfeind, die in Offenbach bei Manfred Stumpf ihre Zeichenkunst perfektionierte, als Organismus auf. Sie arbeitet nach Pressefotos doer sucht ihr Motiv auf, erforscht zeichnend Dolomitenfels oder einen Steinbruch im Vordertaunus, wo se aufgewachsen ist.“

(Dorothee Baer-Bogenschütz, Frankfurter Rundschau vom 10.5.2010 über eine Ausstellung in der Ausstellungshalle Schulstraße 1A)

 


 

„Schienen, die ins Nichts laufen. Gleise, die sich kreuzen, miteinander vernetzen. Dazwischen fein gestrichelte Oberleitungen, Haltesignale, Schlieren eines Nachtbusses. Farbige, flirrende Linien laufen in einem Punkt zusammen, saugen den Blick magisch auf. Aus der Nacht tauchen die bulligen Augen eines Regionalzuges auf. Dynamik, Mobilität – Abfahren und Ankommen sind die bestimmenden Themen, die aus Nadja Bauernfeinds jüngsten Bildern sprechen. Auf schwarzem Fotokarton hat die Bad Sodener Künstlerin in der für sie charakteristischen Art die Stimmung in vibrierenden Linien festgehalten oder mit kraftvollen strichen zu Papier gebracht. Mit Tusche und Graphit hat sie gezeichnet oder die Strukuren in farbiger Pastellkreide herausgearbeitet.“

(Höchster Kreisblatt vom 29.Oktober 2010 über den von Nadja Bauernfeind gestalteten RMV-Jahresbericht)

 


 

„Nadja Bauernfeind (…) liebt seit jeder das große, mitunter gewaltige Format für ihre meist gegenständlich beibenden Tuschzeichnungen, obgleich sie auch abstrahierende, pulsierend dunkle Räume auf deutlich bescheideneren Papieren erstellt. (…) Dabei ist der expressive Gestus kaum zurückgenommen, bleibt sie wie eh und je ganz dem Schwarzweiß verpflichtet und zeichnet se immer noch mit meist breitem, an einem Besenstiel appliziertem Pinsel spontan und vor der Natur auf die auf Wiese oder Ackerboden ausgebreiteten Papiere.“

(Christopher Schütte, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 20.5.2008 über eine Ausstellung in der Ausstellungshalle Schulstraße 1 A)

 


 

„Nadja Bauernfeind hat den sicheren Strich gefunden, der zu einer großen Künstlerin gehört, so Annette Eberl in ihrer Eröffnungsansprache. In der Tat zeigt die Studentin der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main Werke von außergewöhnlicher Schaffenskraft. Sie hat nicht nur den sicheren Strich, sondern auch ihren Stil gefunden. Selbst charakterisiert Nadja Bauernfeind ihre Bilder als ``Versuch, Ordnung zu schaffen in dem Chaos.`` Unwägbarkeiten, Katastrophen und gewaltsame Erschütterungen werden in ihren Bildern in ästhetischer, faszinierender Form dargestellt.“

(Bad Sodener Zeitung vom 2. Mai 2002 über eine Ausstellung in der Kunstwerkstatt Bad Soden)